Warum uns Nein sagen so schwer fällt und was wir dagegen tun können

Wir möchten auf Andere vor allem nett und zuvorkommend wirken. Menschen mögen es, wenn sie gemocht werden. Kein Wunder also, dass und „Nein“ sagen im Alltag so schwer fällt. Aber es gibt einen Weg, mit dem wir unser Gegenüber trotzdem nicht vor den Kopf stoßen müssen.

Mut gehört dazu und wird belohnt

„Nein“ klingt eingefahren und macht uns Angst, weil wir selbst so ungern Ablehnung erfahren. Dennoch ist sie nötig. Gewohnheiten führen oft dazu, dass unser Leben durch andere Menschen bestimmt wird, weil wir das tun, was diese uns vorgeben – Böse Absicht steckt oft gar nicht dahinter. „Hast du gerade Zeit?“, „Sollen wir frühstücken gehen?“, „Macht es dir was aus, wenn ich später noch vorbei komme?“. Zunächst denken wir vielleicht „Nein“, aber wir sprechen es viel zu selten aus. Stattdessen suchen wir nach Ausreden und sagen unter Vorwänden ab, die unser wiederum zu Lügnern machen und uns selbst stressen. „Nein, aber vielleicht morgen?!“ tut stattdessen keinem weh. Und wer anderen keinen Gefallen tun will, der darf ein „Nein“ auch einfach mal so stehen lassen.

Routinen machen uns den Alltag schwer

Vielleicht tun wir alle regelmäßig etwas, das uns schon viel zu lange nervt. Aber wir tun es, weil wir denken, dass das immer schon so war und so bleiben sollte. Persönlichkeitsentwicklung ist mühsam und erfordert natürlich vor allem Veränderungen in unserem Handeln. Aber sie sind wichtig, damit wir uns aus vorhandenen Zwängen lösen können.

Routinen dürfen und müssen geändert werden: Eine Freundin ruft jeden Sonntagmorgen an und stört beim Frühstück mit der Familie? Diese Dinge können geändert werden und sie sollten vor allem nicht der gewohnte Alltag bleiben. Denn Freiraum steht jedem von uns zu und jeder darf und kann sich auch nach etwas Ruhe sehnen. „Gerade ist es bei mir schlecht, aber ich melde mich nächste Woche bei dir“ ist nicht unhöflich und stößt niemanden vor den Kopf. Es ist schlicht und ergreifend die Wahrheit. So geht es uns gerade, so fühlen wir uns und wir fordern indirekt es auch etwas: Wir sagen „Nein“.

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