Routine ist ein wichtiger und hilfreicher Bestandteil des Lebens

Routine – allein das Wort lässt viele schon aufstöhnen, denn es klingt nach Langeweile und Einheitlichkeit. Allerdings sollte man Routine nicht zwangsweise negativ belegen. Fakt ist, dass der sogenannte innere Schweinehund beispielsweise durch Routine unterdrückt werden kann. Es gibt Dinge, die müssen wir immer wieder tun und genau hier ist die Routine sehr wichtig, denn wir denken nicht mehr darüber nach, ob und wann wir etwas tun – wir machen es einfach.

Das beste Beispiel sind hier kleine Kinder. Kein Kind hat Lust, sich die Zähne zu putzen. Wird das morgendliche und abendliche Zähneputzen aber zur Routine, dann hinterfragt das Kind die Notwendigkeit des Zähneputzens nicht mehr, sondern tut es einfach. Gleiches gilt aber auch für Erwachsene. Fragt man sich täglich, ob das Geschirr direkt nach dem Essen abgewaschen werden soll, wird dieser Vorgang zu einem Problem, denn man denkt täglich darüber nach. Entwickeln sich hier aber auch Routinen, das heißt, dass man den Abwasch ohne nachzudenken einfach erledigt, dann entlastet man sich selbst und das Leben wird einfacher. Routine ist also eine wirksame Waffe gegen den inneren Schweinehund. Viele Experten, die sich beispielsweise mit Lebensberatung beschäftigen. schwören auf die Routine. Sie entlastet uns nämlich, weil wir über Vorgänge, die ohnehin zur Routine geworden sind, nicht mehr nachdenken müssen.

Das heißt, hier passieren produktive Dinge, ohne dass wir uns erst aufraffen müssen, bestimmte Dinge zu tun. Darüber hinaus muss man über einen Vorgang, der ohnehin zur Routine geworden ist, nicht länger nachdenken, denn er geschieht ganz einfach.

Routinen sind wichtig für das Wohlbefinden

Sogar Hirnforscher unterstreichen, wie wichtig Routine für uns ist. Müssen Entscheidungen getroffen werden, dann sind hier viele Gehirnbereiche, die für Überzeugungen, Haltungen und innere Einstellungen verantwortlich sind, mit beteiligt. Für zahlreiche tägliche Handlungen sind diese Überlegungen aber nicht erforderlich. Das heißt in der Praxis, dass ich nicht täglich überlegen muss, ob mir ein sauber gemachtes Bett gefällt, wenn ich am Abend nach Hause komme, ob meine Einstellung zur Ordnung so gestaltet ist, das ich mich beim Betreten des Schlafzimmers wohler fühle, wenn das Bett ordentlich ist.

Hier spielen Routinen eine wichtige Rolle, denn indem ich einfach morgens vor dem Verlassen der Wohnung das Bett mache, erspare ich mir mit dieser Routine viele Überlegungen und die Aufgabe ist schnell erfüllt, ohne dass dafür Nachdenken notwendig war. Gehirnforscher argumentieren sogar, dass durch Routinehandlungen im Gehirn neue Verbindungen geknüpft werden und dass so routinemäßige Aufgaben viel leichter von der Hand gehen, als wenn man täglich darüber nachdenkt, ob man diese Aufgabe nun erledigen soll und wenn ja, ob jetzt oder später. Mit jedem Tag, an dem wir der Routine folgen, verfestigt sie sich ein wenig mehr im Gehirn und irgendwann bewirkt diese Routine, dass man sich selbst nicht mehr wohl fühlt, wenn man der routinierten Handlung nicht nachgegangen ist. Gerade für wichtige aber langweilige Aufgaben oder für Dinge, die gut für uns sind – beispielsweise täglich ein wenig Sport zu treiben – kann sich eine gewisse Routine als sehr positiv erweisen.

Hirnforscher betonen weiterhin, dass Dinge, die man 30 Tage in Folge wiederholt, zu einer Routine werden, über die man nicht mehr nachdenkt und der man ganz automatisch nachkommt. Das Gehirn wird programmiert und nach 30 Tagen ist die antrainierte Handlung fixiert. Je mehr Routinen wir in unser Leben einbauen, umso leichter lassen sich wichtige Aufgaben erledigen und umso mehr Zeit bleibt für angenehme Beschäftigungen.

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