Auf dem Flohmarkt Handeln – Was die Dinge kosten dürfen!

Das wohl Schwierigste an einem Flohmarkt: Kaum jemand weiß, was die verkauften Gegenstände tatsächlich wert sind. Deshalb können sowohl Käufer als auch Verkäufer immensen Gewinn oder aber starken Verlust machen.

Damit Sie – egal ob auf der einen oder der anderen Seiten – künftig einen groben Überblick haben, was welche Gegenstände kosten dürfen, zeigt Ihnen dieser Guide, worauf Sie bei den Preisen achten müssen.

Möbel und Antiquitäten

Möbel und Antiquitäten zählen zu den teuersten Anschaffungen, die man auf einem Flohmarkt machen kann. Für den Verkäufer also die höchste Gewinnchance. Aber ab wann ist ein Stück zu teuer? Oder anders: Ab wann verkauft man es unter Wert? Gerade bei großen Gegenständen sind sich viele da sehr unschlüssig.

Als Verkäufer hat man immer den Anschaffungspreis im Sinn. Aber sind wir mal ehrlich: Das gute Stück hat einen gewissen Abnutzungsgrad hinter sich und der Verkäufer sucht nicht nach teuren Angeboten sondern nach billigen Schnäppchen. Neu könnte er es ja schließlich auch im Laden kaufen. Allerdings gibt es einige Richtwerte, wie man Möbel garantiert loswird. Diese Preise dienen als Orientierungshilfe. Natürlich kann man auch höher ansetzen – allerdings läuft man dann Gefahr, auf dem Stück sitzen zu bleiben.

Günstige oder stark gebrauchte Möbel, die beispielsweise viele Kratzer aufweisen sollten zwischen 10 und 30 Euro kosten. Man kann als Verkäufer hier auf Studenten hoffen, die ihr Zimmer günstig einrichten wollen.

Bei größeren und auch etwas stabileren Möbeln wie Schränken, Tischen oder Regalen darf es auch etwas mehr sein. Als Faustregel gilt hier: Etwa ein Drittel des Originalpreises kann man berechnen. 50 bis 75 Euro kann man definitiv verlangen. War der Tisch aber teurer, beispielsweise 300 Euro, kann man auch mal mit 100 Euro ansetzen – schließlich kann der interessierte Käufer immer noch feilschen.

Natürlich gibt es auch noch seltene Antiquitäten, wie Tiffany-Lampen oder viktorianische Stühle. Eine Vorab-Recherche im Internet lohnt sich natürlich, um zu prüfen, ob man auch wirklich eine Rarität besitzt oder doch nur eine billige Kopie. Preise von 100 Euro und mehr für solche Dinge sind hier mehr als gerechtfertigt. Denn: Der richtige Käufer wird den Wert erkennen. Solche Gegenstände sollten nicht unter Wert verkauft werden. Auch wenn man vielleicht ein wenig länger auf den Richtigen warten muss.

Bücher

In Zeiten von Buch-Ausverkäufen bei Weltbild und Co. kann man leider nicht mehr viel für seine gebrauchten Bücher verlangen. Auch wenn das einstige Lieblingsbuch mal 20 Euro gekostet hat, so ist es nun doch bereits gelesen. Eventuell sogar mehrfach. Und somit hat es immensen Wertverlust erlitten.

Taschenbücher sind heutzutage nicht mehr wert als einen Euro. Sie haben in der Regel auch immer Gebrauchsspuren, da der Bücherrücken beim Lesen beschädigt wird. Für Bücher mit dickem und festem Einband und wenig Gebrauchsspuren kann man auch etwas mehr verlangen. Über fünf Euro sollte ein Buch allerdings nicht kosten. Es sei denn, Sie besitzen eine wertvolle Sammler-Edition. auch hier heißt es wieder: Vorab recherchieren.

Wer jede Menge Bücher hat, kann alternativ auch ganze Bücher-Kisten zu einem Festpreis verkaufen. Säcke und Kisten locken garantiert jede Menge neugierige und kaufwillige Kunden an.

Haushaltswaren

Elektronische Geräte wie beispielsweise Küchenmaschinen, Entsafter oder Mixer dürfen nicht mehr als 20 Euro kosten. Die Angebote der Discounter fallen sonst günstiger aus und man bleibt auf seinem Gerät sitzen. Deshalb muss man immer den möglichst günstigsten Preis anbieten. Wer will schon ein teureres gebrauchtes Gerät, wenn er es neu günstiger kaufen kann?

Kleinere Küchenartikel sind noch günstiger zu versehen, egal ob Porzellan, Besteck oder Backzubehör: Maximal ein bis drei Euro sind möglich. Besonders wichtig: Sie müssen ordentlich gereinigt werden, sonst kann der Verkauf zu schwerwiegenden Konsequenzen führen! Und auch hier gilt wieder einmal die Ausnahme: Wenn sie teure Marken-Artikel haben, recherchieren Sie deren Wert und stellen Sie sie so aus, dass die Sammler und Marken-Freunde die Marke sofort erkennen.

Klamotten

Baby- und Kleinkind-Kleidung kann mit ein bis drei Euro beschildert werden. Mehr lässt sich in der Regel nicht herausschlagen. Das Problem: Die Kinder wachsen extrem schnell aus den Klamotten heraus. Und dann braucht man sie nie mehr. Sollten die Klamotten stark verschmutzt sein, Flecken aufweisen oder dergleichen, kann man sie nur noch für zwischen 25 und 50 Cent etikettieren. Auch sehr beliebt sind Tüten: Eine Tüte Baby- oder Kleinkind-Kleidung für fünf Euro – so sind sie die Klamotten noch schneller los und locken durch das spendable Angebot noch mehr Interessenten an.
Jugendlichen- und Erwachsenen-Kleidung kann man durchaus mit drei bis fünf Euro auszeichnen. Ausnahme mal wieder: Markenprodukte. Dann sollte das Etikett aber gut sichtbar platziert werden. Schuhe kann man sogar mit fünf bis sieben Euro beschildern. Markenschuhe können auch mal etwas über sieben Euro kosten. Jacken sind noch etwas teurer: Hier kann man mit etwa zehn bis 15 Euro rechnen, je nach Qualität.

Spielsachen

Am billigsten müssen Spielzeuge verkauft werden. Reizvoll werden Spielzeuge vor allem dann, wenn man eine kleine Kiste mit kostenlosem Spielzeug anbietet – das lockt Eltern und Kinder und verleitet vielleicht zum Kauf. Mehr als drei Euro ist allerdings nur schwer einzunehmen, es sei denn es handelt sich um Markenprodukte wie beispielsweise Steiff-Teddybären.

Spiele im Allgemeinen sind mit Preisen zwischen fünf und zehn Euro, je nach Größe und Qualität, zu versehen. Über zehn Euro werden in der Regel keinen Spiele gekauft, außer es handelt sich um spezielle Einzelstücke – diese sind dann ähnlich wie Antiquitäten zu behandeln. Echte Sammlerstücke können dann gut und gerne über 100 Euro kosten. Solche Fan-Editionen gibt es aber im häuslichen Kinderzimmer eher selten.

Sollten DVDs vorhanden sein, kann man diese für fünf Euro verkaufen, CDs für drei Euro. Alte Kassetten werden kaum mehr gekauft, hier liegt die Schmerzgrenze bei einem Euro. Ähnlich ist es bei Schallplatten: Mehr als zwei, drei Euro sind hier selten heraus zu holen. Bei seltenen Exemplaren lohnt sich der Gang zum Plattenladen.

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