Ein Traktor – was ist das eigentlich?

ratgeber-traktor-kaufenSie sind aus der modernen Land- und Forstwirtschaft nicht mehr wegzudenken; sie finden im Winterdienst ebenso Anwendung, wie beim Straßenbau und sind dem Menschen in vielerlei Hinsicht eine helfende Hand geworden – Traktoren. Genaugenommen handelt es sich bei ihren Tätigkeiten um das Ziehen mannigfaltiger Gegenstände, weswegen ihre eigentliche, auch amtliche Bezeichnung „Zugmaschine“ ist. Lokal werden sie auch als Trecker oder Bulldog bezeichnet. Sie tragen einen wesentlichen Anteil daran, dass die Landwirtschaft dieser Tage effektiver und rationeller betrieben werden kann und mehr Menschen zu ernähren im Stande ist, als noch vor wenigen Jahrzehnten. Um sich der Frage anzunähern, was ein Traktor eigentlich ist, muss man in die Geschichte des Traktors eintauchen.

Russische Erfindung „made in USA“

Die Ursprünge des Traktors lassen sich in Russland finden, wo 1879 das erste Patent für einen „Wagen mit Endlosschienen für den Transport von Frachten auf Straßen und Feldwegen“ ausgeben wurde. 1888 entstand der erste Raupen-Dampftraktor, welcher im Vergleich zu Straßenlokomotiven flexibler einsetzbar war. Erst 1912 liefen die ersten Raupentraktoren in den Vereinigten Staaten vom Band. Diese amerikanischen Dampftraktoren waren jedoch lediglich für tragfähige Böden, wie die er Großen Ebene konzipiert und konnten auf Europas kleinen, instabileren Ackerflächen keinen Nutzen bringen. Henry Ford produzierte 1917 einen kleineren und leichteren Traktor mit einem vierzylindrigen Ottomotor. Jener Fordson Typ F erfreute sich vor allem auf der britischen Insel großer Beliebtheit und so tuckerten bereits 1920 über 100.000 Stück über englische Felder.

In Deutschland stellte die Firma Lanz den „Bulldog“, eine mit Rohöl betriebene Zugmaschine her und später übernahm die Firma John Deere jene Lanz Werke. Auch heute noch werden unzählige Traktoren von John Deere gebraucht, die mit ihrer charakteristischen, grün-gelben Gestaltung eine der beliebtesten Marken symbolisieren.

Moderne Traktoren

Neben John Deere bestellen dieser Tage auch mannigfaltige etablierte Marken von Traktoren die Felder und Äcker des Globus. Fendt, Deutz, Benz, Boehringer und MAN manifestieren nur einen kleinen Auszug aus der immensen Auswahl und zeugen von der Fülle des Angebots, aus dem vor allem Land- und Forstwirte schöpfen können. Unterschiedliche Böden und abweichende Einsatzgebiete haben zu einer starken Spezialisierung der verschiedensten Modelle geführt. Kleine und wendige Traktoren, die ein Gefälle von 45 % gut bewältigen können stehen dabei ebenso zur Option, wie solche die auf Drillingsbereifung groß und behäbig Äcker von gewaltigen Ausmaßen abernten helfen können. Für nahezu alle Bedürfnisse stehen Maschinen zur Disposition, wenngleich viele Landwirte nach wie vor Traktoren schätzen, die als Allrounder überall zum Einsatz kommen können. Und so ziehen Traktoren Baumstämme aus Wäldern, pflügen anderntags Felder um, transportieren Heu, Gras und Mist und werden in der kalten Jahreszeit zum Schneeräumen benutzt.

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