Was steckt hinter einer Mastermind-Gruppe?

Genau auf diese treibende Kraft – das kreative Genie – bezieht sich in diesem Zusammenhang das Prinzip einer Mastermind-Gruppe. Dieser Zusammenschluss von Personen mit ähnlichen Absichten oder privaten oder beruflichen Hintergründen wird hierbei aber nicht etwa von einer einzelnen Person gefördert und zu Höchstleistungen gebracht, vielmehr übernehmen alle Mitglieder dieser Gruppe gleichermaßen die Funktion der treibenden Kraft. Dieser Grundgedanke ist die Basis, die eine Mastermind-Gruppe stützt.

Die Idee solch einer gewinnbringenden Vereinigung unterschiedlicher Kräfte, Fähigkeiten und Erfahrungen etablierte sich Anfang des 19. Jahrhunderts durch ein Selbsthilfebuch des Schriftstellers Napoleon Hill: „Think and grow rich“, in dem der Begriff „Mastermind“ das erste Mal in diesem Zusammenhang erwähnt wird. Hill recherchierte dafür in den Kreisen von mehr als 500 erfolgreichen Selfmademan-Millionären, um deren Erfolgsgeheimnis zu ergründen. Bereits zu dieser Zeit trafen sich kreative Köpfe, geniale Entwickler und vermögende Geschäftsmänner immer wieder in kleinen, exklusiven Kreisen, um einander beruflich und privat zu fördern, anzuspornen und zu unterstützen und um durch ein gesunden Netzwerk an nützlichen Kontakten die jeweiligen Geschäfte voranzutreiben und voneinander zu profitieren. Damals engagierten Entwickler wie etwa Henry Ford gegen Bezahlung die besten Berater und Experten im benötigten Fachgebiet, um von deren Wissen und Erfahrungen zu profitieren. Heute schließen sich meist Menschen auf Augenhöhe zusammen, nur noch selten geht es um den reinen Erfolg von einer einzelnen Person, die durch die anderen Gruppenmitglieder gestützt wird.

Bekannte Beispiele für Mastermind-Gruppen

Prominentes Beispiel für historische Mastermind-Gruppen sind The Vagabonds: Diese Gruppe um Henry Ford, Edison, den damaligen U.S. Präsidenten Warren Harding und Harvey Firestone traf sich regelmäßig zwischen 1915 und 1924 auf dem Land zu Sitzungen, die die Karriere von jedem einzelnen fördern sollten. Auch The Inklings, die Gruppierung um J.R.R. Tolkien, C.S. Lewis und dem Verleger der Oxford University Press traf sich in regelmäßigen Abständen zwischen 1930 und 1940 in einem kleinen Café, um sich untereinander zu fördern, einander zu Höchstleistungen anzuspornen und zu unterstützen. Sie knüpften dabei untereinander Kontakte und errichteten sich ein Netzwerk, das ihnen im weiteren Verlauf ihrer Karriere sehr zugute kam.

Männer wie diese waren es, die Napoleon Hill als Studienobjekte für seine Nachforschungen dienten und die ihm bereitwillig gestatteten, das Geheimnis ihres Erfolges zu erforschen und offenzulegen.
Nach einer zwanzig Jahre dauernden Recherche entwickelte Hill schließlich eine Art Universalrezept für den erfolgreichen Aufstieg in der Gesellschaft, sowohl in privater wie beruflicher Hinsicht. Hill konzentrierte sich dabei auf einige zentrale Themen, die gleichzeitig Ziel seiner Mastermind-Methodik waren:
Persönlichkeitsentfaltung, beruflicher und privater Erfolg, materieller Wohlstand, Wertschätzung und Ansehen, sowie dauerhafte Lebenserfüllung.

Diese Ziele wurden durch die damaligen Zusammenschlüsse erfolgreicher Geschäftsmänner verfolgt und diese Ziele waren es, deren Erreichen Hill einer großen Masse von Menschen zugänglich machen wollte.

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