So schließen Sie Lücken in Ihrem Lebenslauf!

gute-berwerbung-lebenslaufIn vielen Lebensläufen existieren Lücken. Gründe hierfür können Kündigungen, ein Aufbaustudium, eine berufliche Neuorientierung oder ein Sabbatical sein.

Im Bewerbungsgespräch geraten Bewerber schnell in Erklärungsnot, wenn Personalchefs auf die Lücke aufmerksam machen. Allerdings kann dies bereits im Ansatz verhindert werden.

Wir zeigen, wie sich Lücken schon in den Bewerbungsunterlagen geschickt füllen lassen.

Was ist überhaupt eine Lücke im Lebenslauf?

Personalchefs sind darauf trainiert, Ungereimtheiten im Lebenslauf direkt aufzuspüren. Gemeint sind hier Phasen, in denen sich der Bewerber weder in einem Angestelltenverhältnis noch einem Studium befand. Arbeitslosigkeit, freiwillige Auszeigen, längere Krankheiten oder Reisen können die Gründe hierfür sein. Derlei Vorkommnisse zu verschweigen, bringt rein gar nichts. Jeder Personaler entdeckt die Lücke sofort – doch ab wann ist überhaupt von einer solchen zu sprechen?

Als Faustregel gilt, dass alles, was über einen Zeitraum von ein bis zwei Monaten hinaus geht und nicht erklärt wird, eine veritable Lücke ist. Handelt es sich lediglich um eine Zeitspanne von zwei bis vier Wochen, kann dies durchaus noch als ausgedehnter Urlaub zwischen zwei Jobs durchgehen. Selbst längere Phasen der Neuorientierung von bis zu acht Wochen werden kommentarlos akzeptiert. Danach verlangt die Lücke allerdings nach einer Erklärung und wird kritisch betrachtet. Der Verdacht: Der Bewerber war in der Zwischenzeit arbeitslos, weil seine bisherige Arbeitsleistung oder berufliche Qualifikation mangelhaft ist.

Wichtig: Eine derartige Lücke ist nicht tragisch. Erst diese zu verschweigen oder sie bewusst zu vertuschen, macht die Jobchancen komplett zunichte.

So fallen Lücken im Lebenslauf definitiv auf

Der richtige Umgang mit Lücken ist von entscheidender Bedeutung. Gerade im digitalen Lebenslauf neigen einige Bewerber dazu, Jahresangaben zu verwenden – mit unschönen Folgen. Ein Beispiel:

  • 2012 Abschluss des BWL-Studiums
  • 2013 Praktikum bei der ABC AG
  • 2014 Anstellung bei der ABC AG

So ist es durchaus denkbar, dass der Bewerber sein Studium bereits Anfang 2012 abgeschlossen und erst Ende 2013 mit dem Praktikum begonnen hat. Dies soll durch die Verwendung der Jahresangaben bewusst vertuscht werden – und fällt direkt auf. Besser ist daher die Verwendung von Monatsangaben:

  • 12/2012 Abschluss des BWL-Studiums
  • 03/2013 bis 11/2013 Praktikum bei der ABC AG
  • 01/2014 bis heute Anstellung bei der ABC AG

So ist der berufliche Werdegang direkt nachvollziehbar. Die kleineren Lücken lassen sich durch kurze Auszeiten bzw. die Einstellung zu Jahresbeginn erklären. Im Vorstellungsgespräch wird der Personaler voraussichtlich nicht weiter auf die Lücken eingehen.

Ebenfalls auffällig ist es, wenn der Bewerber ein Erfahrungsprofil im Lebenslauf verwendet. Dieses könnte beispielsweise so aussehen:

  • 3 Jahre Ausbildung zum Industriekaufmann
  • 2 Jahre Vertriebserfahrung im Einzelhandel
  • 1 Jahr Außendienst-Einsatz in der IT-Branche

Jeder Personalchef kennt diese Tricks und wird hellhörig. Eine Chance zur Einladung zum Vorstellungsgespräch haben Bewerber so nicht.

Ehrlichkeit siegt in bestimmten Fällen

Es existieren Lücken im Lebenslauf, die eigentlich gar keine sind. Jeder Personalchef hat in bestimmten Fällen Verständnis für die Pause. Entsprechend sinnvoll ist es, offen mit der vermeintlichen Lücke umzugehen – schließlich muss der Bewerber nichts verbergen:

  • Studienwechsel
    Die Abbruchquote bei Studenten ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Begründet ist dies auch darin, dass die Schullaufbahn mittlerweile deutschlandweit nach 12 Jahren beendet ist. Eine Neuorientierung nach den ersten Semestern ist daher kein Einzelfall, sondern fast schon Normalität. Viele Studiengänge fangen aber nur zum Wintersemester an, so dass schnell eine Lücke von einem halben Jahr entsteht. Durch die Hochschulformalitäten ist dies schnell erklärt. Im Idealfall nutzen Bewerber die Zeit, um beispielsweise Praktika zu absolvieren. Dauern diese nur zwei bis vier Monate, ist die Lücke trotzdem nachvollziehbar. Schließlich hat sich der Bewerber bewusst für ein bestimmtes Praktikum entschieden, über die Laufzeit entscheidet aber das Unternehmen.
  • Krankheit
    Oftmals scheuen sich Bewerber davor, Krankheiten im Lebenslauf anzugeben. Zu groß sind Scham und Angst vor einer möglichen Nicht-Einstellung. Doch das Gegenteil ist in der Regel der Fall. Einfache Formulierungen wie „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen vollständige Genesung“ oder „Pflege der schwerkranken Mutter“ reichen aus, um die Lücke zu schließen. Die Erkrankung selbst muss dabei auf keinen Fall genannt werden und bleibt Privatsache. Gut ist es, wenn der Bewerber nachweisen kann, sich in der Zeit beruflich auf dem neusten Stand gehalten zu haben.
  • Kurze Arbeitslosigkeit
    Eine vorrübergehende Arbeitslosigkeit muss ebenfalls nicht verschwiegen werden. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten (Stichwort: Finanzkrise 2008) ist dies völlig normal. Zudem kann der Bewerber dadurch punkten, dass er anschließend wieder einen Job gefunden hat. Das beweist Zielstrebigkeit und Ehrgeiz. Aber: Es sollte unbedingt geschildert werden, welche Schritte bei der Jobsuche unternommen wurde.
  • Berufseinstieg
    Der Einstieg in den Job ist oft schwierig. Nach dem Studium oder dem Schulabschluss kann es einige Monate dauern, bis eine passende Stelle gefunden ist. Generell genießen Berufseinsteiger bei Personalern eine deutlich längere Schonfirst, selbst Lücken von bis zu einem halben Jahr werden akzeptiert. Auch hier gilt wieder, dass der Bewerber im Anschreiben kurz auf diese Zeit eingehen sollte.

Geschickte Wortwahl kaschiert die Lücke

Natürlich gibt es Lücken, die sich nicht durch die geschilderten Sachverhalte erklären lassen. In diesen Fällen gilt es, eine möglichst geschickte Wortwahl an den Tag zu legen. Insbesondere bei der Kündigung begehen viele Bewerber eklatante Fehler. Generell gibt es hierbei zwei Varianten:

  1. Unverschuldete Kündigung
    Diese Lücke ist einfach kaschiert. Bei der Darstellung der beruflichen Position wird einfach „betriebsbedingte Kündigung“ oder „Insolvenz des Arbeitgebers“ angegeben.
  2. Selbstverschuldete Kündigung
    Ganz wichtig: Die Kündigung sollte nur erwähnt werden. Erklärungen oder Rechtfertigungen haben im Lebenslauf nichts verloren, weil sie immer negativ wirken. Insbesondere wenn Kollegen oder dem Chef die Schuld für die Kündigung zugeschoben wird, macht das alle Chancen auf den neuen Job zunichte. Das Arbeitsverhältnis hat dann und dann geendet – Punkt. Keine weiteren Erklärungen.

Ebenso dezent sollte mit Sabbaticals umgegangen werden. Auch hierbei dürfen sich Bewerber auf keinen Fall in Erklärungen versuchen. Formulierungen wie „Sprachreise“ oder „interkultureller Auslandsaufenthalt“ sind ebenfalls wenig empfehlenswert. Jeder Personalchef weiß, was ein Sabbatical ist und wie die Zeit in der Regel verbracht wird.

Sowohl auf die Kündigung als auch die Auszeit wird im Vorstellungsgespräch immer eingegangen. Zur Kündigung genügen meist zwei einfache Sätze wie „Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen über den künftigen Weg der Zusammenarbeit. Weil ich keine Kompromisse mache, sind wir anschließend getrennte Wege gegangen.“ Selbiges gilt auch für das Sabbatical, das etwa als Erholungsphase vor der neuen beruflichen Herausforderung erklärt werden kann.

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