Über kurz oder lang ans eigene Vermögen kommen

Endlich ist man zu Geld gekommen, schon steht man vor der Frage, wie das Geld verwaltet werden soll und vor allem von wem. Information, Vergleiche und Lektüre von Finanzratgebern werden da zur Pflicht. Sie wären nicht der erste, der auf den netten Onkel der Hausbank hereinfällt und an sein Geld erst rankommt, wenn er dreimal wieder geboren wurde. Zuletzt ist eine große deutsche Bank in die Kritik geraten, weil sie das Vermögen von Senioren in Projekte gesteckt hat, die enorm lange Laufzeiten haben. Eine über 90-jährige hatte einen Vertrag über 30 Jahre abgeschlossen. Das hätte sich nicht mal Joopi Heesters getraut.

Worauf gilt es also zu achten? Der Vermögensverwalter sollte eine Legitimierung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen vorweisen können. Verwalter, die diese Legitimierung nicht haben, müssen nicht zwangsweise schlecht sein, häufig geht es den „unechten“ Vermögensverwaltern jedoch nur um Anlageberatungen, an deren Abschlüssen sie ganz gern auch kräftig mitverdienen. Irgendwie gibt es ein gutes Gefühl, wenn eine Behörde die Person für tauglich hält.

Hauptaufgabe der Vermögensverwaltung soll die Pflege und Verwaltung des Vermögens von Kunden sein. Dabei sollen möglichst keine Interessenskonflikte entstehen. Schon deshalb empfiehlt es sich, neben den Angeboten der Hausbank auch andere Produkte zu vergleichen. Der Berater Ihres Vertrauens in der Hausbank ist durch seinen Arbeitsvertrag verpflichtet, die hausgemachten Finanzdienstleistungen anzubieten und muss vielleicht eine Gratwanderung zwischen Kundendienst und Unternehmenstreue machen.